Beschreibung
Eine der hinreißendsten Frauenfiguren der deutschen Literatur Weil Franziska Linkerhand lieber dreißig wilde Jahre wählen würde statt siebzig brave und geruhsame, ignoriert die junge, begabte Architektin den vorgezeichneten Karriereweg. Seit ihrer Scheidung ist sie wieder unabhängig, und sie will wissen, wie das ist: frei sein, fortgehen, sich nicht umdrehen. Ein Jahr wird sie in Neustadt arbeiten, in der hintersten Provinz, aber gerade das reizt sie. Sie trifft auf eine Stadt, die mit vorgefertigten Elementen auf ödem Sandboden errichtet wurde: die Bankrotterklärung der Architektur, sagt ein älterer Kollege. Noch fühlt sich Franziska berauscht von dem Verlangen, sich zu behaupten und Häuser zu bauen, die ihren Bewohnern das Gefühl von Freiheit und Würde geben. Sie will sich nicht zufriedengeben mit dem Machbaren, und sie will auch nicht zynisch werden wie Ben, dieser komplizierte, abweisende Mann mit dem dunklen Fleck in der Biographie, den sie zu ihrem Geliebten machen wird. Zehn Jahre schrieb Brigitte Reimann an diesem Roman über eine lebenshungrige, kompromißlose, von einer Vision und einer Liebe besessene Frau. Obwohl unvollendet, ist er doch eines der wichtigsten und überzeugendsten Bücher der deutschen Nachkriegsliteratur geworden. Diese erstmals ungekürzte Ausgabe zeigt eine kantigere, schärfere, freimütigere "Franziska Linkerhand", radikal und tabuverachtend durch die Todesnähe der Autorin. "Ein aufregendes, aufwühlendes Buch." FAZ
Produktsicherheitsverordnung
Hersteller:
Aufbau Verlage GmbH & Co. KG
Katja Jaeger
produktsicherheit@aufbau-verlage.de
Prinzenstrasse 85
DE 10969 Berlin
Autorenportrait
Brigitte Reimann, geb. 1933 in Burg bei Magdeburg, war Lehrerin und seit ihrer ersten Buchveröffentlichung 1955 freie Autorin. 1960 zog sie nach Hoyerswerda, 1968 nach Neubrandenburg. Nach langer Krankheit starb sie 1973 in Berlin. Wichtigste Veröffentlichungen: Die Frau am Pranger (Erzählung, 1956), Ankunft im Alltag (Erzählung, 1961), Die Geschwister (Erzählung, 1963), Das grüne Licht der Steppen. Tagebuch einer Sibirienreise (1965), Franziska Linkerhand (Roman, 1974, vollständige Neuausgabe 1998), Ich bedaure nichts. Tagebücher 1955-1963 (1997, als Lesung mit Jutta Hoffmann DAV 066-5), Alles schmeckt nach Abschied. Tagebücher 1964-1970 (1998, als Lesung mit Jutta Hoffmann DAV 110-6). Außerdem erschienen die Briefwechsel mit Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe. Eine Freundschaft in Briefen 1964-1973 (1993), mit Hermann Henselmann, Mit Respekt und Vergnügen (1994); Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf. Briefe an eine Freundin im Westen (1995), und mit Irmgard Weinhofen, Grüß Amsterdam. Briefwechsel 1956-1973.