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Die Lady und der Schuft

Roman

Erschienen am 31.08.2006
7,00 €
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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783442361465
Sprache: Deutsch
Umfang: 445 S.
Format (T/L/B): 3.5 x 18.4 x 12.5 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Wales, 1289: Ein edler, aber schwer verwundeter Ritter wird zur Burg Calon gebracht. Die junge Burgherrin Morwenna glaubt in ihm ihre große Liebe Carrick von Wybren zu erkennen, der ihr einst das Herz gebrochen hat. Während sie ihn pflegt, entflammt das Feuer der Leidenschaft erneut in ihr. Aber kann sie Carrick wirklich vertrauen? Darf sie sich ihrer Liebe hingeben? Und wer ist der Unbekannte, der ihrem Liebsten nach dem Leben trachtet?

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Autorenportrait

Lisa Jackson veröffentlichte schon zahlreiche Liebesromane, die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden. Sie ist allein erziehende Mutter und lebt mit ihren beiden Söhnen in Oregon. Nach ihrem Erfolg befragt, antwortete sie: "Ich halte es mit Oscar Wilde: Das Leben ist zu wichtig, als dass man es ernst nehmen sollte."

Leseprobe

Prolog Wybren Castle, North Wales, 24. Dezember 1287 Der Zeitpunkt ist gekommen. Die Stimme war leise, aber beharrlich wie ein Flachssamen, der ihm im Kragen steckte - ein winzig kleiner Störenfried, der ihn gnadenlos im Nacken kitzelte und keine Ruhe gab. Sie hallte pausenlos in seinem Kopf und trieb ihn unablässig an, während er durch die Finsternis des Burgverlieses huschte. Du weißt, dass du nicht länger warten kannst. Die Rache steht unmittelbar bevor. Für dich. Für sie. Er fuhr sich nervös mit der Zunge über die Lippe und schmeckte das Salz des Schweißes, der ihm trotz der Eiseskälte im Inneren der Burg von der Stirn über die Wangen rann. Sein Atem bildete kleine weiße Wölkchen und mischte sich mit dem Rauch der schwelenden Binsenlichter an den Wänden. Seine Muskeln schmerzten vor Anspannung und Furcht, und er lauschte angestrengt, ob außer ihm noch irgendjemand anderes auf den Beinen war. Es herrschte vollkommene Stille, und trotzdem zögerte er noch. Du musst es tun. Jetzt. Dies ist deine große Chance. Die Wachen haben zu viel Bier getrunken, und auch die Gäste, mit ihren vollen Bäuchen und vom Wein betäubten Hirnen, schlafen tief und fest. Und die Familie des Herrn ist bereits so gut wie tot, denn in ihren Bechern war das Gift. Ihr wollüstiges Treiben hat ein Ende. Hör das laute Schnarchen, das durch die Türen ihrer Kammern dringt. Aus der Tiefe der Kapuze seiner Kutte warf er einen Blick über die Schulter, um ein letztes Mal zu kontrollieren, ob er alleine war, und hob dann in der Gewissheit, dass Gott persönlich zu ihm sprach, seine unangezündete Fackel an eine der Kerzen, die den Gang erhellten. Mit einem leisen Zischen fing die ölgetränkte Spitze Feuer und warf flackernde, todbringende Schatten an die Wand. Eilig bückte er sich, hielt die Fackel an das Stück geflochtenen, ölgetränkten Stoffs, das er einen Augenblick zuvor unter die Tür geschoben hatte, und beobachtete fasziniert, wie die kleine Flamme eilig über die Schwelle in Richtung des dicken Strohbelages auf dem Zimmerboden kroch. Erst der Baron, ging es ihm durch den Kopf, und dann die anderen. Er arbeitete schnell und stieß, während er die Fackel nacheinander an die Dochte unter den Türen der Gemächer hielt, stumme Stoßgebete aus. Kalter Schweiß rann ihm über den Rücken, und sein Herz hämmerte wild. Sollte er gefangen werden, würde man ihn in den Kerker werfen, wegen Hochverrats verurteilen und hängen, bis er sich in Todeskrämpfen wand. Bevor er jedoch ersticken würde, nähme man ihn wieder ab, um ihn zu strecken und zu vierteilen, damit die Eingeweide aus ihm herausquollen, während er noch lebte. Dann würde man ihn langsam elendiglich verrecken lassen, seinen Kopf auf einen Stock spießen und ihn zur Warnung für alle anderen möglichen Verräter deutlich sichtbar oben auf der breiten Mauer ausstellen. Hab keine Angst. Du bist der Rächer. Deine Sache ist gerecht. Rauch quoll unter den Türen hindurch in den nächtlich dunklen Gang. Er atmete tief durch. Es war vollbracht. Alles Weitere lag jetzt in Gottes oder in des Teufels Hand. Er hatte keine Ahnung, welcher dieser beiden ihn angetrieben hatte, doch das war ihm auch egal. Denn die leise Stimme, von der er aufgewiegelt worden war, entsprach seinem innersten Verlangen und hatte ihn lediglich bestärkt. Trotzdem hörte er sie derart deutlich, als stünde jemand neben ihm und flüstere ihm pausenlos ins Ohr. Er sagte sich, die Stimme sei ein Zeichen dafür, dass Gott auf Rache sann und ihn lediglich als Werkzeug auserkoren hatte ... ... falls der Sprecher wirklich Gott und nicht irgendein Dämon oder Satan höchstpersönlich war. Keuchend hob er seinen Blick zur Decke, als warte er darauf, dass einer der Engel der Finsternis auf ihn herabgefahren käme, während sich der Rauch in dünnen, bösartigen Fäden um ihn herum erhob. Doch es gab keine Erscheinung. Und ob die Stimme, die er hörte, vom Himmel oder aus der Hölle kam, war letztendlich egal. Es gab n ...